Ernstes und Heiteres 

vom 

Wasserdoktor Sebastian Kneipp


Allen, die in boshafter Weise gegen mich schreiben, möchte ich sagen: 

Plagt euch doch nicht wegen mir. Ich lese es ja doch nicht!


Ich erkenne das Gute gern an, wo ich es finde.

Aber ich muss auch der Wahrheit Zeugnis geben

und das als verkehrt Erkannte als solches bezeichnen. 

Lebt und tut wie ihr leben und tun sollt. 

Der liebe Gott und das Wasser werden dann schon das übrige tun.


Man hat sich von vornehmer und gelehrter Seite öfters geäussert:

Wenn die Sach nur nicht von einem Pfaffen käme, recht wäre sie schon!

Das ist unklug. Die Person ist gleichgültig, das Mittel ist in diesem Falle wichtig.


Die Erde bleibt unsere Welt

und man wird nie aus dieser Erde einen Himmel machen.


Ich bin doch so verrufen, dass es fürchterlich ist; bald schimpfen die Ärzte, bald die Pastoren, bald wieder andere - aber mir ist's gleich.

Von hundert Kranken, die zu mir kommen und über ihren kranken Magen klagen,

tun dies neunundneunzig mit Unrecht. Nicht der Magen ist krank - sondern der Körper.

Die Leute meinen, sie müssten nur nach Wörishofen reisen und ihre Krankheiten vorbringen.

Dann blase der alte Pfarrer drauf, und sie wären gesund.


Es war nie meine Sache zu schreiben, was ich nicht selbst erfahren.


Es ist wahr, dass die Verweichlichung die Unsittlichkeit unterstützt, dass die Verweichlichung alle Naturen geistig und physisch empfänglicher macht und so das Schlimmste leicht Eingang findet.


Die Pflanzen, die nicht giftig sind, haben alle etwas für unsere Natur;

wir sind an die verschiedenen Stoffe nur nicht gewöhnt.


Was ich von den Getränken halte, habe ich schon oft gesagt:

Das Wasser ist mir zu nass, das Bier zu schlecht, der Wein zu kostspielig.


Der Alkohol ist der größte Feind der Natur. Die Heiden schon haben ihre Söhne zu Betrunkenen als abschreckende Beispiele geführt. 


Was Menschen zusammenpfuschen und -flicken, bleibt ein armseliges Produkt. 



Der Kranke darf nicht vergessen, dass ein soeben erst entstandenes Übel schnell beseitigt werden kann, während ein altes, eingenistetes Leiden auch seine gewisse Zeitdauer zur Heilung verlangt. 

Wunderbar sind die Wege der Vorsehung.


Für den Felsen gibt es keinen Pflug.


Es sollte auf Erden nichts geben, was uns aus der Fassung bringt; aufs Schlimmste sollten wir immer gefasst sein. Die Schicksale sind ja die Herrlichsten Gelegenheiten zu zeigen, dass man ein Mensch ist.


Es gibt kaum zwei Pflanzen, die denselben Geruch haben, und wir können wohl annehmen, dass auch jede eine besondere Wirkung haben muss.


Ich bin schon oft gefragt worden, warum ich mich so plage. Wir sind ja nicht zum Essen und zum Trinken auf der Welt - und um gute Tage zu haben -, sondern dass wir etwas gewinnen für die Ewigkeit.


Glaubt mir: Der Herrgott hat in seinen Naturgesetzen gut gesorgt -, wenn der Mensch nur danach lebt. 


Ich bin Seelsorger und habe Gott schon oft gedankt dafür, dass er Krankheiten geschaffen hat, durch welche der Mensch heimgesucht und von Irrwegen abgeleitet wird.


Würden alle guten Lehren angenommen und befolgt, so wäre diese Erde längst schon der Himmel.


Die Natur ist die beste Apotheke.

Unser Leben hat die Aufgabe, dem Schöpfer nachzuweisen, dass wir seinem Willen nachgekommen

Von Zeit zu Zeit muss der Mensch fühlen, dass er von einem unendlich höchsten Wesen abhängig ist.

Der weise Schöpfer hat alles gut und vollkommen erschaffen; ihm kann nicht die Schuld gegeben werden, wenn Beschränktheit vorkommt.


Ja, der liebe Gott hat so weise in seiner Schöpfung gesorgt, dass nicht ein Kräutlein ohne Nutzen ist.


Unsere Voreltern haben ihre Gesundheit durch Kräutlein erhalten und wiedererlangt, wenn sie verloren war: man kannte keine anderen Heilmittel und ist mit ihnen gut ausgekommen.

Nur für den Tod ist kein Kraut gewachsen.


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